Energieeffizienz-Dienstleistungen

Ausbildungsmodul "Druckluft"

© CC0
  • Worum geht es?

Die Anwendung von Druckluft in vielen Handwerksbetrieben birgt hohe Effizienzpotentiale. Durch undichte Stellen, also defekte Ventile oder Rohre und durch ungenu­tzte Wärmeentwicklung verlieren Druckluft-Anlagen auf ver­schiedenen Wegen Energie. Aber auch in­ef­fektive Druckluftgeräte, Ver­un­rei­ni­gungen, Anschlussfehler und eine man­gel­hafte Kompressoren-Regelung bewirken eine schlechte Energieeffizienz und dadurch für hohe Energiekosten.

Das Projekt „Starke Handwerkerinnen“ geht dieses Thema mit einem neuen dualen Ausbildungsmodul an. In Zusammenarbeit mit Partnern im Handwerk wird ein Ausbildungsmodul zum Thema Druckluft entwickelt. Azubis in Schule und Betrieb sollen ausgebildet werden, effizienter mit Druckluftanwendungen umzugehen. Es wurde eine Checkliste erstellt, die im Berufschulunterricht oder auch in den Betrieben direkt Anwendung finden kann. 

  • Was wird erreicht?

 Mit einem eigenen Ausbildungsmodul können gezielt Fachkompetenzen im Bereich Druckluft erworben werden. 

→ Gut geschultes Fachpersonal kann neben Energie vor allem Kosten sparen. 

→ Höchste Effizienzgewinne werden dann erzielt, wenn das Fachpersonal in der Lage ist, das gesamte System in einem Betrieb zu betrachten

  • Energieeffizienz-Dienstleistung im Handwerk

TechnikerschülerInnen des Berliner Oberstufenzentrums (OSZ) Farbtechnik entwickelten ein Lernmodul zu Druckluft. Sie erstellten Arbeitsbögen, die in den Betrieben oder auch im Berufsschulunterricht direkt Anwendung finden können.

Wichtigstes Ergebnis ist eine systematische Checkliste mit 69 zu prüfenden Anhaltspunkten. Auf Grundlage dieser Checkliste lässt sich das betriebliche Druckluftnetz lückenlos prüfen.

Hier können Sie die "Checkliste für die Prüfung eines Druckluftsystems" herunterladen.

  • Gewerkeübergreifende Zusammenarbeit

Druckluft ist eine Querschnittstechnologie, die fast im gesamten produzierenden Gewerbe relevant ist. Daher ist das Ausbildungsmodul für mehrere Gewerke geeignet:

 FahrzeuglackiererInnen

 KarosseriebauerInnen

 Kfz-TechnikerInnen

 MetallbauerInnen

 TischlerInnen

 SteinmetzInnen

  • Marktpotenzial

Das Bewusstsein für den Klimaschutz und für das Senken der Energiekosten steigt.

  • Energie- und CO2-Einsparpotenzial

Rund 4 % des Gesamtstromverbrauchs im deutschen Handwerk entfallen auf die Drucklufterzeugung. Wenn auch nur 10 % aller Betriebe durch Effizienzsteigerung bei der Drucklufterzeugung bis zu 50 % einsparen, können dadurch ca. 28.000 t CO2 pro Jahr verhindert werden.

Detaillierte Berechnung für:
Dienstleistung: Ausbildungsmodul Druckluft
Annahmen zur Abschätzung des CO2-Einsparpotentials

Es gilt die Annahme 4% des Gesamtstromverbrauchs im Handwerk entfallen auf die Drucklufterzeugung
Der Druckluftverbrauch von Kleinstbetrieben beträgt dann ca. 1 TWh

Einsparpotentiale
Im Bereich Druckluft werden die Einsparungen durch Effizienzsteigerung auf 30-50 % geschätzt, das bedeutet bei 1 TWh also ein Einsparpotential von 0,3 – 0,5 TWh

Emissionsberechnung mit Emissionsfaktor: Strom 559gCO2/kWh
In allen 476.000 Kleinstbetrieben können zwischen 167.700 – 279.500 t CO2/Jahr eingespart werden
Werden 10 % der Betriebe erreicht ergibt sich eine Reduktionsmenge
von ca. 28.000 t CO2/Jahr.

Quellen: eigene Berechnungen auf Basis von Angaben www.detmold.ihk.de/datei/tabledoc/524

  • Zielgruppe

 Azubis in Schulen und Betrieben

  • InnovatorInnen

Landesinnungsverband des Maler- und Lackiererhandwerks Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der Staatlichen Fachschule für Farb- und Lacktechnik Berlin