Energieeffizienz-Dienstleistung

Verbraucherinformation für eine klimafreundliche Bestattung

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  • Worum geht es?

Eine klimafreundliche Art der Bestattung ist die Erdbestattung. Hierbei wird nur CO2 durch den Transport und die Begräbniszeremonie verursacht. Eine Feuerbestattung erfordert hingegen einen zusätzlichen Gaseinsatz, denn der Ofen des Krematoriums wird morgens auf eine Temperatur von ca. 850°C aufgeheizt. Als Energieträger für die eigentliche Verbrennung dient das Holz des Sarges. 

Daneben gibt es andere Bereiche, wo bei einer Beerdigung CO2 eingespart werden kann, z.B. durch regional und jahreszeitlich orientierte Trauerfloristik.

  • Was wird erreicht?

Mehr Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit bei der Bestattung durch

→ z.B. ein energieeffizientes, räumlich nahe liegendes Krematorium

→ z.B. einen Sarg, der bei einem regionalen Hersteller gefertigt wurde - idealerweise aus regionalen Hölzern.

Zudem empfehlen Krematorien wegen des hohen Brennwertes Särge aus Massivholz. Gut zu wissen: In Deutschland gab es 2012 nur noch 15 Sarghersteller. Importe aus Osteuropa dominieren den Markt. 

  • Energieeffizienz-Dienstleistung im Handwerk

Der„Landesverband Berlin Unternehmerfrauen im Handwerk e.V., (UFH)“ verfasste als Dienstleistung für seine Mitglieder eine Verbraucher-Information zu klimafreundlichen Bestattungen.

Aspekte sind die Bestattungsart, kurze Transportwege oder regionale und saisonale Trauerfloristik. 

Grundsätzlich ist es sinnvoll ein Bestattungsunternehmen zu suchen, das sensibel ist für ökologische Aspekte (siehe Tabelle weiter unten).

Hier können Sie das "Informationsblatt zu klimafreundlichen Bestattungen" herunterladen.

  • Gewerkeübergreifende Zusammenarbeit

→ Bestattungsfachkraft

→ TischlerIn

→ TrauerfloristIn

  • Marktpotenzial

Laut Statistischem Bundesamt gibt es 800.000 Sterbefälle im Jahr in Deutschland und 800 Tote in Berlin am Tag. Unsere Recherche hat ergeben, dass die Nachfrage in Deutschland nach umwelt- und klimafreundlichen Aspekten bei Bestattungen im Vergleich zu anderen Ländern insgesamt noch relativ gering ist, aber ansteigt. Ein Grund dafür können auch historisch begründet ethische Aspekte sein.

  • Energie- und CO2-Einsparpotential

Bei den Kremationen selbst besteht ein - allerdings geringes - Effizienzpotenzial durch verbesserte Verbrennungstechnologien, die genutzte Brennstoffart, die Rauchgasreinigung sowie die Nutzung der Abwärme. Anders ausgedrückt: Krematorien verringern ihren Energieeinsatz, wenn sie moderne, dem Stand der Technik entsprechende Brenner einsetzen. Auch eine hohe Auslastung der Anlage spart Energie, da dies ein häufiges Abkühlen und Aufheizen minimiert.

Beispielhaft wurde hier der durchschnittliche CO2-Ausstoß beim Verbrennungsvorgang einer Kremation in Deutschland berechnet. Andere Bereiche bei einer Beerdigung, z.B. Auswahl des Sarges oder der Urne, Floristik, regionale Produktbeschaffung, wurden hier nicht berücksichtigt.

Ein Verbrennungsvorgang in einem Krematorium für eine verstorbene Person verursacht durchschnittlich einen Ausstoß von 6 kg CO2. Dieser Wert ist eher gering – verglichen mit den durchschnittlichen CO2-Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland von ca. 9.000 kg/Jahr. Nichtsdestotrotz ist natürlich jede CO2-Vermeidung lohnenswert. 

Detaillierte Berechnung für:
Bestattung

Berechnung Einsparung:
Sterbefälle: 852.000 im Jahr 2011, Anzahl Krematorien in Dtl.: 163
Einäscherungen: 420.000 pro Jahr (50% aller Sterbefälle),
Energieeinsatz pro Einäscherung: 3 m3 Erdgas (30 kWh)
Kosten: 59ct/ m3

Emissionsberechnung:
CO2-Emissionsfaktor Erdgas: 202 gCO2/Jahr
CO2-Emissionen pro Jahr alle Einäscherungen: ca. 2.600 tCO2/Jahr
CO2-Emissionen pro Jahr pro Einäscherung: 6 kg CO2
CO2-Emissionen pro Jahr pro Kopf in Dtl: 9.000 kg CO2

  • Zielgruppen

 → VerbraucherInnen

 → Bestattungsunternehmen

 → Floristik und andere Zulieferbetriebe

  • InnovatorInnen

Betrieb

Besonderheit

Bestattung

 Susanne Eckl, Bestatterin und Floristin, "Funeral Ladies", Berlin-Schöneberg 

 Susanne Jung, Bestatterin, "Funeral Ladies", s.o.

Diese beiden selbständigen Bestatterinnen legen besonderen Wert auf einen fürsorglichen Umgang mit den Verstorbenen. Sie achten auch auf ökologische Faktoren wie kurze Wege und regionale Beschaffung, z.B. kooperieren sie mit zwei Berliner Sargherstellern. Sie empfehlen zudem das Umland-Krematorium in Hennigsdorf mit dem Label „goes green“. Preislich gebe es keinen Unterschied zu großen städtischen Krematorien.

Edita Hahn-Fink, Hahn Bestattungen, Filialbetrieb, Zentrale: Berlin-Mariendorf8

wirbt diskret mit "Bio-Linie" für Särge und Sargtextilien.

Trauerfloristik

Petra Frieda Schwarz, Floristin, Geschäftsräume bei den "Funeral Ladies", Berlin-Schöneberg

achtet auf regionale Floristik

Sieglinde Schellig, Floristin, Kornblume“, Berlin-Mitte (am Sophienfriedhof)

achtet auf regionale Floristik sowie auf umweltfreundliche Verbrauchsmaterialien bei Kranzunterlagen

Krematorium

→ Thies Heinrich, Bestatter und Kremationstechniker (Handwerksmeister), Vorstandsassistent, Krematorium "Feuerbestattung Stade e. V."

Krematorium Stade initiierte →  den Zusammenschluss von 14 privaten Krematorien in Deutschland. Diese werben unter dem Label "goes green" mit effizienten Hightech-Verbrennungsanlagen und haben sich verpflichtet, zusätzlich zu den gesetzlichen Auflagen das RAL Gütesiegel einzuhalten und dadurch weniger umweltschädliche Emissionen freizusetzen. Außerdem achten Mitgliedsunternehmen darauf, Ökostrom zu beziehen oder auf ihrem Gelände Photovoltaik einzusetzen. Diese 14 Krematorien versprechen, gut ausgebildetes Fachpersonal vorzuhalten.