Energieeffizienz-Dienstleistung

Energieeffiziente Friseurbetriebe

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  • Worum geht es?

Diese Dienstleistung zielt auf die Steigerung von Energieeffizienz durch entsprechende Verhaltens- und Modernisierungsmaßnahmen in Friseur-Ladengeschäften. Im Raum Berlin ist das Friseurgewerbe das zahlenmäßig am häufigsten vertretene Handwerk. Friseurbetriebee haben im Vergleich zu vielen anderen Gewerken einen niedrigen Energieverbrauch. Gemessen an den Gesamtkosten sind ihre Energiekosten allerdings relativ hoch (11 %). Dies liegt aber eher an den insgesamt niedrigen Gesamtkosten und weniger an der Energieintensität. Ein gutes Maß zur Erfassung der Energieintensität sind die Energiekosten pro Mitarbeiter, diese sind in Friseurbetrieben mit durchschnittlich 1.409 € eher gering (Deutsches Handwerksinstitut 2016). Daher investierten die Salons bisher noch wenig in ihre Energieeffizienz. Dabei besteht betriebswirtschaftlich durchaus Potenzial für deutliche Kostenreduktionen. Hier bietet sich Elektro- und SHK-Betrieben (Sanitär, Heizung, Klima) nun die Chance, sich als Dienstleister für Friseurgeschäfte zu profilieren. Insbesondere niedrigschwellige Modernisierungs- und Einsparmaßnahmen sind relevant. UnternehmerInnen können die Energieeffizienz in ihrem Geschäft in den Bereichen Beleuchtung, elektrische Verbraucher (Fön und Klimazone, Waschautomat, Trockner, Kühlschrank), Warmwasser, Heizung, Lüftung und Klimatisierung steigern.

  • Was wird erreicht?

→ Friseurgeschäfte senken ihre Energiekosten

→ Sie bieten ihre Dienstleistungen energieeffizient an

  • Energieeffizienz-Dienstleistung im Handwerk

Sinnvoll ist eine fundierte, an den Betrieb angepasste Energieberatung. Bis zu 80 % der Kosten hierfür werden staatlich gefördert. Das lohnt sich, denn besonders in den Bereichen Heizung, Warmwasser und Beleuchtung sowie bei „weißer Ware“ wie Waschmaschine, Trockner & Co. können bis zu 50 % Energie eingespart werden. Die Kosten der Energieberatung sind da schnell wieder drin.

Der Berliner Salon „Coiffeur Tajana“ hat es vorgemacht. Die Eigentümerin entschloss sich nach einer Energieberatung zu vier energiesparenden Anschaffungen:

1. Energieeffiziente Tageslichtlampen („Für unsere Arbeit ist gutes Licht sehr wichtig, wir müssen z. B. die Haarfarben im Salon exakt so sehen, wie sie draußen im Tageslicht erscheinen“)

2. Energieeffiziente Föhne, die leise und leicht sind und auch bei langer Beanspruchung kühl in der Hand liegen

3. Energieeffiziente Hauben, die mit einem gut steuerbaren Temperatur-Regler ausgestattet sind und darüber hinaus völlig geräuschlos ihren Dienst tun

4. Ein großer energieeffizienter 50-Liter-Boiler, der den ganzen Arbeitstag über gleichbleibend 28o C heißes Wasser vorhält und selbst einen mehrstündigen Stromausfall problemlos überbrückt

Außerdem brachte die Geschäftsfrau ihre Neon-Reklame aus den 70er Jahren zum Schilderhersteller, der dem guten Stück ein energieeffizienteres Innenleben verpasste. 1,5 Jahre nach diesen Investitionen freute sich die Eigentümerin des Salons über eine deutlich gesunkene Stromrechnung. 

  • Gewerkeübergreifende Zusammenarbeit

→ Elektro- und SHK-Betriebe spezialisieren sich auf die Energieberatung von Friseurbetrieben und bieten (gemeinsam) Modernisierungsmaßnahmen an

→ ElektronikerInnen / ElektrotechnikerInnen

→ AnlagenmechanikerInnen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

→ Schilder- und LichtreklameherstellerInnen

  • Marktpotenzial

→  Es gibt mehr als 50.000 Friseurbetriebe in Deutschland. Davon sind ca. 70% Kleinstbetriebe mit unter 5 Mitarbeitern (Statistisches Bundesamt  2012).

→ Niedrigschwellige Investitionen in mehr Energieeffizienz amortisieren sich für Frisiersalons schnell

  • Energie- und CO2-Einsparpotenzial

In den 50.000 Friseurbetrieben Deutschlands können bis zu 137.000 t CO2 pro Jahr eingespart werden.

Detaillierte Berechnung für:
Dienstleistung: energieeffizienter Friseurbetrieb
Annahmen durchschnittlicher Betrieb

4 Angestellte, Fläche 96 m2, 9 Plätze, 28 Köpfe/Tag
Gesamtenergieverbrauch/Jahr: 25.000 kWh, Strom: 8.000 kWh, Wärme: 17.000 kWh
Brennstoff: Erdgas
Emissionsfaktoren: Erdgas 202 gCO2/kWh, Strommix 559 gCO2/kWh
Anteile am Verbrauch: Heizung 51%, Warmwasser 18%, Beleuchtung 13%, Fön und Co. 9%, Waschmaschine und Co. 7%, Lüftung/Klima 2%

Einsparpotentiale
Heizung: 15-25%, Beleuchtung: 20-50%, effiziente Geräte: 15-30%, Warmwasser: 20-50%, Lüftung/Klimatisierung: 10-20%
Emissionsberechnung mit Emissionsfaktoren: Strom 559gCO2/kWh und Erdgas 202gCO2/kWh
Für 50.000 Friseurbetriebe in Deutschland ergibt sich ein Einsparpotential von 64.750 bis 136.650 t CO2/Jahr.

Quellen: eigene Berechnungen auf Basis von Angaben der  „Mittelstandinitiative Energiewende und Klimaschutz“.

  • Zielgruppe

EigentümerInnen, Führungskräfte und Personal in Friseurbetriebe