Energieeffizienz-Dienstleistung

Altbau: Kastendoppelfenster energetisch sanieren

© IZT / Dr. Antje Wilke
@ Glas macht Spaß!
  • Worum geht es?

Die Berliner Glaserei "Glas macht Spaß!" befasst sich intensiv damit, Kastendoppel- und Einfachfenster energetisch zu sanieren. Der Markt ist groß. In Berlin etwa sind diese klassischen Fenstersysteme aus Holz nach wie vor weit verbreitet. Der Bestand wird auf 1 Million geschätzt.

  • Was wird erreicht?

→ energetisch sanierte Altbaufenster weisen Wärmedurchgangswerte auf, die nahezu bei Neubaustandard liegen
→ der Charme der Altbauarchitektur bleibt erhalten
→ da die Außenansicht gewahrt bleibt, kollidiert die energetische Umrüstung nicht mit den Vorgaben des Denkmalschutzes
→ zusätzlich verbessert sich der Schallschutz hörbar
→ ein Austausch durch Kunststofffenster schränkt den Lichteinfall ein, da hier die Rahmenprofile breiter dimensioniert sind; dies wird bei einer Umrüstung der Bestandsfenster ebenfalls vermieden

  • Energieeffizienz-Dienstleistung im Handwerk

Bearbeitet wird ausschließlich der innere Flügel. Hierzu wird der Fensterflügel entglast, der Falz tiefer gefräst und ein Wärmeschutzisolierglas eingesetzt. Dieses Isolierglas besteht aus zwei Scheiben mit einem hermetisch verschlossenen Randverbund, von denen eine auf der Innenseite eine wärmereflektierende Beschichtung aufweist. Zusätzlich ist die Scheibe mit einem Edelgas gefüllt. Das Fenster wird verleistet, versiegelt und überdies mit einer umlaufenden Silikonschlauchdichtung versehen.

Das Projekt "Starke Handwerkerinnen" unterstützte die innovative Glaserei durch eine Kundenumfrage. Neu für das Glaserei-Team war an dem Umfrageergebnis, dass die verbesserte Schalldämmung infolge der energetischen Sanierung ebenfalls deutlich zur Kundenzufriedenheit beiträgt. Die Glaserei will künftig bei der Werbung mehr Augenmerk auf diesen erfreulichen Effekt legen.

 

  • Gewerkeübergreifende Zusammenarbeit

Weitere Gewerke werden hinzugezogen, wenn das Holz reparaturbedürftig oder der Anstrich marode und unansehnlich ist.

          → Glaserei
          → Maler- und Lackierer
          → Tischlerei

  • Marktpotenzial

→ Großer Sanierungsbedarf in Deutschland, Kastendoppelfenster sind deutschlandweit in Millionenhöhe verbaut.
→ Finanzieller Vorteil: die energetische Sanierung eines Kastendoppelfensters ist finanziell günstiger als der Einbau eines neuen Fensterelementes, da die gesamten Nebenarbeiten bei einem Komplettaustausch zusätzliche Kosten verursachen.

 

  • Akzeptanz und Bedarf aus Sicht der Kundschaft

Eigene Untersuchung: Umfrage zur Kundenzufriedenheit

       

  • Energie- und CO2-Einsparpotenzial

Deutschlandweit liegt das Einsparpotenzial durch die energetische Sanierung von Kastendoppelfenstern zwischen 60.000 und 100.000 t CO2 pro Jahr. Berlin verfügt über einen vergleichsweise hohen Bestand an ca. 1 Million Kastendoppelfenstern, hier könnte diese Dienstleistung zu Einsparungen von jährlich bis zu 20.000 t CO2 führen.

Detaillierte Berechnung für:
Dienstleistung: Kastendoppelfenster sanieren

Annahmen:

Renovierungsbedürftige Fenstereinheiten pro Jahr

 9 - 13,6 Mio

Marktanteile

 15 % Holzfenster, 9 % Holz-Metall-Fenster

Fläche pro Fenstereinheit

 1,69m2

Gesamtfläche Fenster AFenster

 2,3 Mio. m2 (bei 9 Mio. Fenstereinheiten und 15%   Marktanteil)

Sanierte Fenster mit höherer Wärmedämmung

 UWneu = 1,1 W/m2K

Bisherige Fenster, 15-20 Jahre alt:

UWalt = 2,2 W/m2K (bis zu 2,9 W/m2K älter 25 Jahre)

Anteile Brennstoff

 Erdgas 70%, Heizöl 30%

Wirkungsgrad Heizung

 65 – 90 %

HeizwertErdgas

 10 kWh/m3 ,

HeizwertHeizöl

 9,8 kWh/l

Gradtagszahl

 3.819 K*d/a

Emissionsfaktoren

Erdgas 202 gCO2/kWh, Heizöl 272 gCO2/kWh

Ergebnis: Einsparung in Deutschland
(nach dieser Berechnungsformel)

Im Rahmen der Fenstersanierung können in Deutschland insgesamt 400.000 – 700.000 t CO2/a eingespart werden.

Mit der Sanierung von Kastendoppelfenstern aus Holz und Holz-Metall können anteilig davon 60.000 – 100.000 t CO2/a eingespart werden.
Die Größenordnung ist abhängig von Markt und Technologie.

Quelle: eigene Berechnungen basieren auf fenster.marketischler-markeschreiner.de
Quelle: fenster.marketischler-markeschreiner.de/nc/fenster-individuell/co2-rechner/
Quelle: Prognos 2013, S.75, BDEW-Studie zum Heizungsmarkt 2016, Fensterverbände

 

 

  • Zielgruppe

→ Haus- und WohnungseigentümerInnen (städtischer Altbau)

 Denkmalschutz

→ Verwaltung städtischer Liegenschaften (z.B. Schulen, Bibliotheken in Altbauten)

→ ArchitektInnen, BauingenieurInnen