Energieeffizienz-Dienstleistung

Mikrokredite für mehr Energieeffizienz im Handwerk

© CC0
  • Worum geht es?

So manches Handwerksunternehmen würde gern 1.000 EUR in die eigene Energieeffizienz investieren. Doch Beträge in dieser Höhe können zu hoch sein, um sie „aus der Portokasse“ zu finanzieren. Gleichzeitig können solche Beträge zu gering sein für die Hausbank, die meist nur an höheren Darlehenssummen interessiert ist. Mikrokredite könnten eine Lösung sein.

Im Projekt wurde die Idee für einen innovativen Mikro-Finanzierungsansatz für die operative Umsetzung von kleinteiligen und dezentralen Effizienzmaßnahmen in kleinen Handwerksbetrieben (mit bis zu 10 Beschäftigten) entwickelt.

In Kooperation mit den professionellen Energie- und BetriebsberaterInnen des RKW Berlin, dem UFH Landesverband Berlin der Unternehmerfrauen im Handwerk und Goldrausch e.V., einem akkreditierten und erfahrenen Mikro-Kredit-Finanzinstitut, soll die Umsetzung einfacher und betriebsspezifisch angepasster Maßnahmen zur Energieeffizienz, zur Energieeinsparung sowie zur Ressourceneffizienz in Kleinstbetrieben des Handwerks ermöglicht und beschleunigt werden.

  • Was wird erreicht?

→ Attraktive neue Finanzdienstleistung für Kleinstunternehmen und KMU
→ Realisierung von Energieeffizienz-Maßnahmen durch Mikrokredite als niedrigschwellige und risikoärmere Alternative

  • Energieeffizienz-Dienstleistung im Handwerk

Unternehmerfrauen im Handwerk leiten eine Mikrofinanzierung in die Wege, mit der Betriebe ihre Investitionen in Energieeffizienz-Maßnahmen finanziell stemmen können. Die jeweiligen FinanzakteurInnen sind regional unterschiedlich. Wichtiger Ansprechpartner beispielsweise in Berlin ist GOLDRAUSCH e.V., diese Einrichtung ist akkreditiert zur Vergabe von Mikrokrediten.

  • Marktpotenzial

Das Projekt „Starke Handwerkerinnen“ führte eine Befragung mit 100 Teilnehmenden durch, um das Potenzial von Mikrokrediten im Handwerk auszuloten. Dabei kam heraus: Das Interesse ist da. Allerdings sind Mikrofinanzlösungen noch kaum bekannt, außerdem sind die Zinsen mit 9,9 % vergleichsweise hoch und es mangelt an Informationen, und so wartet das Konzept noch auf seinen Durchbruch. 

  • Akzeptanz und Bedarf aus Sicht der Kundschaft

Wir haben 100 Handwerksbetriebe und KMU zur Informationslage und zur Akzeptanz von Mikrokrediten?befragt! Welche Finanzierungsformen nutzen Sie bereits in Ihrem Betrieb?

  • Energie- und CO2-Einsparpotenzial

Beispielrechnung: Eine Druckerei hat einen Stromverbrauch von 25.000 kWh und Stromkosten von 6.000 EUR pro Jahr. Durch eine LED-Beleuchtung im Wert von 1.000 EUR könnten diese Kosten deutlich gesenkt werden. Fazit: Eine kleine Konditorei könnte mit einem Mikrokredit einmalig 1.000 EUR in ihre Energieeffizienz investieren und damit bis zu 1.300 EUR jährliche Stromkosten sowie bis zu 4.193 kg CO2 pro Jahr einsparen.

Detaillierte Berechnung für:
Dienstleistung: Mikrofinanzierung für Beleuchtungsaustausch

Berechnung Einsparung:
Stromverbrauch pro Betrieb: 15.000 – 30.000 kWh pro Jahr
Einsparpotential Gesamtstromverbrauch pro Betrieb: 15-25%
Einsparungen zwischen: 2.250 – 7.500 kWh/Jahr
EmissionsfaktorStrom: 559gCO2/kWh
CO2-Einsparung pro Betrieb zwischen: 1.258 – 4.193 kg CO2 pro Jahr

  • Zielgruppen

→ Mitglieder des UFH bzw. KMU und andere Kleinstbetriebe

  • InnovatorInnen

GOLDRAUSCH e.V. vergibt seit 1982 Mikrokredite an Gründerinnen und Unternehmerinnen in Berlin und seit 2010 im Rahmen des Mikrokreditfonds Deutschland. GOLDRAUSCH e.V. hat sich 2013 als Mikrofinanzinstitut einem Ratingprozess des Europäischen Investitionsfonds (EIF) unterzogen und ist zertifiziert worden. Seit Oktober 2014 unterstützt GOLDRAUSCH e.V. im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Investitionsbank Berlin (IBB) die Kreditvergabe des IBB-Mikrodarlehens bis 5.000 Euro.

Das RKW Berlin hat im Rahmen des vom BMWi geförderten Bundesprojekts Energieeffizienz-Impulsgespräche u.a. durch seine Mitarbeiter mehr als 1.200 KMU in Berlin und Brandenburg besucht und dort die Potentiale an Energie-Effizienzmaßnahmen mit den Ansprechpartnern herausgearbeitet. Nach dem Ende des Projektes im Dezember 2014, verblieb einer der Projektmitarbeiter beim RKW Berlin, der alleine über 460 dieser Beratungen durchgeführt hatte. Er ist bei der BAFA zugelassener Energieberater für den Mittelstand und zugelassener Energieauditor für nicht KMU im Rahmen der Umsetzung der Anforderungen des EDL-G §8 ff.