Energieeffizienz-Dienstleistung

Professionelle Solaranlagen-Reinigung

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  • Worum geht es?

Die Dienstleistung zielt auf die regelmäßige Reinigung und Wartung von Solaranlagen durch kooperierende Fachbetriebe. So kann die Effizienz bei der Produktion erneuerbarer Energie (Wärme und Strom) deutlich gesteigert werden.

Thermische Solarkollektoren und Photovoltaikmodule unterliegen einer natürlichen und standortbedingten Verschmutzung. Werden Verunreinigungen nicht beseitigt, können Anlagen einen Schaden erleiden (z.B. Glaskorrosion, defekte Dichtungen). Dadurch kann es unter Umständen zum Verlust der Gewährleistungs- und Garantieansprüche kommen. Zudem kann sich der Ertrag einer Anlage durch Verschmutzung um 6 % -15 % mindern, im Extremfall sogar um bis zu 25 %. Es bietet sich an, eine Reinigung durch Profis im Kontext einer umfassenderen Überprüfung und Wartung der Anlage durchführen zu lassen.

Daher bietet sich eine regelmäßige professionelle Reinigung durch kooperierende Fachbetriebe an.

Wirtschaftlich ist eine Reinigung dann sinnvoll, wenn die Verluste der Stromerzeugung höher sind, als die Reinigungskosten.

[Zum Nachlesen: Kürvers, Joachim: Solarreinigung: Nicht nur Wischi-Waschi. In: Sonnenenergie 3/2015, 27-29.].

  • Was wird erreicht?

→ Professionelle Reinigung verringert Effizienzverluste bei Solaranlagen und damit der erneuerbarem Stromerzeugung

  • Energieeffizienz-Dienstleistung im Handwerk

Im besten Fall offerieren Fachbetriebe ihrer Kundschaft die Reinigungs-Dienstleistung schon bei der Installation als Paket mehrerer Gewerke.

Eine professionelle Reinigung sollten KundInnen von einem Fachbetrieb durchführen lassen, der

 über eine Eintragung bei der Handwerkskammer nach Anlage B der HwO § 18 Abs. 2, 

 oder über einen Nachweis über die Zugehörigkeit zur Industrie- und Handelskammer verfügt, 

→ oder eine Ausbildung zur „Reinigungsfachkraft für festgelegte Tätigkeiten Solar- und Photovoltaik“ oder die Zertifizierung als „Geprüfter Solar- und Photovoltaik-Anlagen-Reinigungsbetrieb“ aufweisen.

  • Gewerkeübergreifende Zusammenarbeit

Je nach Anlage und Anliegen kommen folgende Gewerke zum Einsatz:

    → ElektronikerInnen/ElektrotechnikerInnen (PV-Wartung, Austausch von Wechselrichtern)

      → AnlagenmechanikerInnen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (Reparatur der Solarthermie-Kollektoren)

        → GebäudereinigerInnen

          → DachdeckerInnen

          • Marktpotenzial

          Ende 2014 waren in Deutschland ca. 1,5 Millionen Photovoltaik-Anlagen installiert. Die gesamte Nennleistung betrug ca. 40 GW (Fraunhofer ISE 2015). Rund 375.000 PV-Anlagen in landwirtschaftlichen Betrieben haben hohe Verschmutzungsrisiken.

          Zwar wurden in jüngster Zeit von verschiedenen Anbietern vergleichbare Dienstleistungen auf den Markt gebracht. Dennoch besteht hier weiter ein relativ großes Marktpotenzial. 

          • Energie- und CO2-Einsparpotenzial

          Werden Verschmutzungsverluste in den PV-Anlagen von landwirtschaftlichen Betrieben vermieden, könnten ca. 316.000 t CO2 pro Jahr eingespart werden.

          Detaillierte Berechnung für:
          Dienstleistung: PV-Anlagen Reinigung
          Annahmen für eine durchschnittliche PV-Anlage in Deutschland

          Pro Anlage
          1m2 Modul erzeugt ca. 150 kWh
          Ertrag: 950 kWh/kWp
          Vollaststunden pro Jahr: 941

          PV-Erzeugung in Deutschland
          Leistung: 33 GWp,
          Stromerzeugung: 33 TWh,
          Anlagenanzahl: 1,5 Mio. Anlagen
          davon 375.000 Anlagen (10 GWp) mit einer Anlagengröße von 10-40 kWp

          Ertragsverluste
          durch Verschmutzung: 6 – 15 %
          Eine Reinigung ist wirtschaftlich, wenn die Verluste der PV-Anlage höher sind, als die Reinigungskosten.
          Die meisten Verunreinigungen entstehen auf PV-Anlagen in landwirtschaftlichen Betrieben. Diese gehören i.d.R. zu der oben genannten Gruppe von 375.000 Anlagen.

          Berechnung der Ertragsverluste
          Angenommene Verschmutzung 6%, für die Gruppe der 375.000 PV-Anlagen mit den höchsten Verschmutzungsrisiken.
          Ertrag: 10 GWp * 941 Volllaststunden = 9.410 GWh oder 9,4 TWh
          Verlust: 9.410 GWh * 0,06 = 565 GWh
          Diese müssten dann durch Strom aus dem Stromnetz substituiert werden, es gilt der Emissionsfaktor des deutschen Strommix 559gCO2/kWh
          CO2-Emissionen: 565.000.000 kWh * 559gCO2/kWh = 315.835 t CO2

          Ergebnisbewertung
          Wenn die höchsten Verschmutzungen von PV-Anlagen bei den Anlagen landwirtschaftlicher Betriebe auftreten, sind maximal 375.000 Anlagen betroffen. Liegen Verschmutzungsverluste bei mind. 6% des Ertrages, müssten maximal 565 GWh Strom aus dem Stromnetz substituiert werden. Dies führt zu (durch die Substitution) zusätzlich verursachten CO2-Emissionen in Höhe von 315.835  t CO2 pro Jahr.

          Das Ergebnis ist als Größenordnung entstehender CO2-Emissionen durch Verschmutzungen bei PV-Anlagen zu verstehen, die real erreichte Menge liegt eher deutlich darunter.

          Quellen: eigene Berechnungen auf Basis von www.erneurbare-energien.de,
          www.solaranlagen-portal.com, www.ise.fraunhofer.de

          • Zielgruppen

          → Elektrikbetriebe

          → EigentümerInnen von Solaranlagen