Diskursmonitor Insekten

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Prof. Dr. Georg Wittich, Hochschule Niederrhein

"Global wird irgendwann einfach eine Not da sein, und Insekten werden für die Versorgung essenziell werden. In Nordamerika und Europa wird es vorerst aber nur ein prickelnder 'Partygag' bleiben, so wie zum Beispiel der Wurm im Tequila. Ob es dann irgendwann darüber hinausgeht, ist zurzeit noch offen." Insekten werden für die Versorgung essenziell. In: Aachener Nachrichten, 14.10.2017, S. 27.
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Dr. Birgit Rumpold, Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie

"Ich glaube nicht, dass Insekten in Deutschland eine ernsthafte 'Gefahr' für den Fleischkonsum werden. Es könnte aber vielleicht mal trendig werden, Insekten zu essen - ähnlich der Entwicklung bei Sushi. Wer hätte in den 70ern in Deutschland wohl rohen Fisch verzehrt?" Reichardt, Alina (2016): Sind Insekten die Nahrung der Zukunft? Heuschrecken und Würmer sollen Kuh und Co. nach Plänen der Vereinten Nationen als Proteinquelle ersetzen. In: Berliner Morgenpost, 09.09.2016
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Prof. Dr. Henry Jäger, Universität für Bodenkultur, Wien

"Die Zusammensetzung von Insekten ist tatsächlich vorteilhaft. Sie haben einen hohen Gehalt an ernährungsphysiologisch interessanten Proteinen und Fetten." Auf dem Weg zum Insektenburger sind noch viele Fragen zu klären. In: APA Nachrichten, 04.05.2016
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Bernhard Kühnle, BMEL

"Insekten gelten im Blick auf die Zukunft als energiesparende, bodenunabhängige und ressourcenschonende Eiweißlieferanten." Essen wir bald Mehlwurm-Burger und Grillen-Kebab? Anbieter von Nahrung auf Insektenbasis wollen den deutschen Markt erobern. Dazu müssen sie nur noch die Hürden der Lebensmittelkontrolle überwinden. Die hat im Moment jedoch ganz andere Probleme. In: welt online, 08.06.2016.
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Timo Bäcker, Swarm Protein

"Die Trockenmasse, die wir aus den Grillen mahlen, hat einen Proteingehalt von mehr als 70 Prozent, außerdem haben Grillen ein komplettes Aminosäureprofil und enthalten viele Nährstoffe und Mikronährstoffe." Toussaint, Kristina (2017): Viele Beine, Viele Proteine. In: Aachener Nachrichten, 14.10.2017, S. 27
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Max Krämer, Bug Foundation

"[…] Zum Beispiel die Haltungsbedingungen: Für unsere Buffalowürmer ist es kein Problem, in Massen auf einem Fleck zu leben, und auch Sonnenlicht meiden die in der Natur eher. Auch das Tötungsverfahren ist extrem schonend: Insekten sind wechselwarme Tiere. Es wird also die Temperatur so weit gesenkt, bis die Lebensfunktionen ausgeschaltet werden." Schirrmeister, Benno (2016): " Wir müssen alles tun, den Ekel zu überwinden". Max Krämers preisgekrönte Osnabrücker Bugfoundation macht Burger aus Buffalowürmern. Vermarkten darf sie diese Delikatesse aber nur in Belgien und in den Niederlanden. In: die tageszeitung, 20.08.2016 (11101), S. 63
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Maximilian Busse, Gastronomie der Hessischen Landesbank

Die Schlachtung sei viel humaner, denn "die Würmer werden tiefgekühlt, dabei schlafen sie ein und sterben irgendwann. Für die Tiere ist das nicht so ein Stress wie etwa beim Tod durch ein Bolzenschussgerät." Krafczyk, Eva (2017): Hier ist der Wurm drin. Junge Forscher entwickeln neuen Burger. In: Taunus Zeitung, 02.03.2017, S. 16.
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Sven Hochstrat, Imago Products

„Man benötigt zehn Kilogramm Pflanzen, um ein Kilo Fleisch herzustellen, aber nur 1,5 Kilogramm Pflanzen für ein Kilo Insekten.“ Heimbeck, Norbert (2018): Man nehme: Acheta domesticus. In: Nordbayerischer Kurier, 04.01.2018, S. 16.
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Dr. Marlis Lindecke, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

"Während von einem Rind lediglich 40 Prozent als Lebensmittel genutzt werden können, sind es bei Insekten 80 Prozent. Außerdem ist die Zucht nachhaltiger, weil beispielsweise viel weniger Wasser verbraucht wird." Möller, Anna Pia (2018): Made in Berlin // Auf der Grünen Woche werden Würmer und Insekten als Fleischalternative angepriesen. Den Besuchern schmeckt’s - mit Ausnahmen. In: Der Tagesspiegel, 21.01.2018, S. 13
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Fleischatlas 2018

Bedenken hinsichtlich des Tierwohls sind - nach derzeitigen Kenntnisstand - unbegründet. Noch wissen wir wenig darüber, ob und wie schmerzempfindlich Insekten sind; die übliche Tötung durch Einfrieren kommt dem „natürlichen Schicksal“ der Kaltblütler, die bei geringen Temperaturen in „Winterschlaf“ fallen, aber sehr nahe. Heinrich-Böll-Stiftung; BUND; Le Monde diplomatique (2018): Fleischatlas 2018. Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel.
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Angela Clausen, Verbraucherzentrale NRW

"Jeder muss frei entscheiden können, ob er Insekten verzehren möchte. Transparenz und Sicherheit sind oberstes Gebot. Auch wenn nur Proteine aus Würmern enthalten sind, müsste das auf der Verpackung angegeben sein, ebenso wie ein mögliches Allergierisiko." Reichardt, Alina (2016): Sind Insekten die Nahrung der Zukunft? Heuschrecken und Würmer sollen Kuh und Co. nach Plänen der Vereinten Nationen als Proteinquelle ersetzen. In: Berliner Morgenpost, 09.09.2016
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Prof. Dr. Georg Wittich, Hochschule Niederrhein

"Auch die Gefahr der Krankheitsübertragung besteht. Bei der Ernte werden möglicherweise tote Tiere eingesammelt, lebende Tiere tragen Mikroorganismen in Magen und Darm, die mitverspeist werden. Das Chitin im Panzer kann außerdem nicht verdaut werden. Viele Fragen sind also noch offen, und die bestehenden Regelungen zur Qualitätssicherung müssen überarbeitet werden." Insekten werden für die Versorgung essenziell. In: Aachener Nachrichten, 14.10.2017, S. 27
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Prof. Dr. Henry Jäger, Universität für Bodenkultur, Wien

"Dazu fehlen aber noch wissenschaftlich fundierte Zahlen, weil es aktuell noch keine standardisierten Zuchtkonzepte gibt. Es ist zum Beispiel nicht klar, mit welchem Futter die Insekten gefüttert werden sollen." Auf dem Weg zum Insektenburger sind noch viele Fragen zu klären. In: APA Nachrichten, 04.05.2016.
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Prof. Dr. Georg Wittich, Hochschule Niederrhein

"Das Insektenprotein hat einen deutlich anderen Aufbau als andere tierische Proteine. Das Proteingerüst wird daher vom Körper anders auseinandergenommen. Die großen körperfremden Moleküle können dabei durchaus Allergien hervorrufen." Insekten werden für die Versorgung essenziell. In: Aachener Nachrichten, 14.10.2017, S. 27
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Prof. Dr. Henry Jäger, Universität für Bodenkultur, Wien

"Weil wir schon sehen, dass die Kontamination mit Keimen aktuell ein Problem ist." Auf dem Weg zum Insektenburger sind noch viele Fragen zu klären. In: APA Nachrichten, 04.05.2016
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Barbara Unmüßig, Heinrich-Böll-Stiftung

Von In-Vitro-Fleisch aus dem Labor und Insekten-Burgern hingegen halten die "Fleischatlas"-Initiatoren nichts. Der Fleischersatz ändere nichts daran, dass die Deutschen mit tierischem Eiweiß überversorgt seien, sagt Unmüßig. "Das sind große Ablenkungsmanöver." Fraune, Burkhard (2018): Deutsche stehen auf Fleisch. Hack, Steak und Schinken - auf dem Speiseplan der Deutschen stehen Tiere weit oben. Mit schwerwiegenden Folgen. Viele essen zwar schon weniger Fleisch, doch manche ziehen da nicht mit. Im Gegenteil. In: Frankfurter Rundschau, 10.01.2018.
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Bernhard Zainer, amtliche Lebensmittelkontrolle Vorarlberg

„Die Tiere leben bei mehr als 35 Grad Celsius. Es müssen also Unmengen an Energie aufgebracht werden, um die Aufzucht bei so einer Temperatur durchführen zu können.“ Grillensnack für Zwischendurch. In: Vorarlberger Nachrichten, 12.01.2018
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Hanni Rützler, futurefoodstudio

"Der Großteil der Weltbevölkerung isst Insekten ja schon längst. Lediglich im Westen haben wir noch ein psychologisches Problem damit. Und ja, es gibt Studien, die sehen darin wirklich den Schlüssel zur Lösung des Ernährungsproblems. Insekten sind fettarm, protein- und vitaminreich, und ihre Zucht ist effizient und klimafreundlich." Stohn, Aniela (2017): "Die meisten Menschen essen längst Insekten". Kunstfleisch, Algen, Heuschrecken: Die Trendforscherin Hanni Rützler weiß, was bei der Ernährung auf uns zukommt. In: Brigitte (6), S. 96–97
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Fleischatlas 2018

Unbestritten ist die hohe Effizienz bei der Verwertung von Futter: Während Rinder rund acht Kilogramm benötigen, um ein Kilogramm Fleisch aufzubauen, Schweine etwa fünf Kilogramm, reichen den Insekten dafür durchschnittlich zwei Kilogramm Futter. Auch der Wasserverbrauch, der bei der traditionellen Viehzucht sehr hoch ist, fällt bei der Insektenzucht gering aus. Heinrich-Böll-Stiftung; BUND; Le Monde diplomatique (2018): Fleischatlas 2018. Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel.
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Prof. Dr. Jun Mitsuhashi, Universität Tokio

"Viele Leute glauben, Insekten seien dreckig und ungesund, und lehnen deshalb den Verzehr ab. Das stimmt aber für die meisten Insekten nicht, und schon gar nicht für die essbaren unter ihnen." Insekten wie Heuschrecken, Schmetterlinge oder auch Käferlarven lebten zumeist von frischem grünen Pflanzenmaterial oder auch Holz. "Damit ernähren sie sich sauberer und hygienischer als etwa Krebse, die Aas fressen." Satorius, Christian (2017): Das Nussaroma des Mehlwurmsnacks. In der Schweiz kommen die ersten Insektenburger ins Kühlregal. Die Vereinten Nationen sehen die Krabbeltiere als Nahrung der Zukunft. In: Berliner Zeitung, 16.08.2017, S. 18